Nur der Wind – Only the wind

Ich hatte mich auf das kurze gelbe Gras gesetzt, das sich zwischen den grauen Steinen sein Terrain erobert hatte. Vor mir markierte ein kleiner Steinhaufen einen der namenlosen Gipfel der Livingstone Mountains. Weiter wollte ich die Verlängerung des Key Summit Tracks nicht gehen. Alles, was ich brauchte war auf diesen 1.086 m Höhenglück. Ungeteilt genoss ich den grandiosen Blick auf das Greenstone Valley mit dem tiefblauen Lake McKeller. Bis auf einen leichten Wind, der mir kühl in den Nacken blies, war es vollkommen still…

Fang das Wasser! – Catch the water!

Spitze Freudenschreie übertönten das starke Rauschen des herabfallenden Wassers. Das Heck der Mitre Peak lag nun genau vor dem Wasserfall. Nackte Arme bewaffnet mit weißen Bechern streckten sich dem kühlen Nass entgegen. “Try to catch the water!” Doch keine Chance! In hohem Bogen sprang das Wasser aus dem Gefäß, kaum dass es dessen Boden berührte…

rot leuchtende schneebedeckte Bergspitzen

Alpenglühen – Glowing Alps

  An der Westküste der Südinsel von Neuseeland liegen die Südalpen mit ihren drei bekannten Gletschern: Franz Josef Glacier, Fox Glacier und Tasman Glacier. Besonders die ersten beiden sind sehr gut zugänglich. Was sie aber weltweit so einmalig macht ist, dass sie mitten zwischen Regenwald enden. In der Nähe des Fox Gletscher liegt der “Spiegelsee” Lake Matheson…

Zieh Deine Stiefel aus! – Pulling off your boots!

“Getting there is half the experience” stand mit weißer Schrift auf dem blauen Schild. Ich war am Whangapoua Beach im Norden der Coromandel Halbinsel, rund 200 km von Auckland entfernt. Von hier aus wollte ich zum New Chums Beach laufen, der nur bei Ebbe erreichbar ist. Das Versprechen am Ende der Wanderung war ein Traumstrand, naturnah ohne jede öffentliche Einrichtung…

männliche Statue am Ufer

Der Mann am Ufer – The man on the waterfront

Klar, dass ich bei meinem Rundgang durch Wellington einen genaueren Blick auf dieses wohlgeformtes männliches Hinterteil  werfen musste. Es gehört zu der bronzefarbenen Statue “Solace in the Wind”, die am Hafen vor der Skyline der Stadt ihren nackten und verletzbaren Körper wie absprungbereit über die Uferkante in den stetig präsenten Wind biegt…

schwarzes Seehundbaby vor Felshöhle

Das kleine Schwarze – The little black one

Allein dafür war es Wert, auf Schotterpiste an den Wharariki Strand am Cape Farewell zu fahren: Am windumtosten Strand mit seinen großen Sanddünen lebt eine kleine Seehundkolonie. Ich fand sie bei den Felsen, die noch von der Ebbe frei lagen.  In der Felshöhle dösten einige Muttertiere. Ab und an hoben sie faul ihren Kopf…

schneebedeckter Stratovulkan

Am Schicksalsberg – Near Mount Doom

Man braucht schon so einiges an Fantasie, um den düsteren Schicksalsberg (Alias Mount Doom) aus der Trilogie Herr der Ringe in seiner Vorlage Mount Ngauruhoe wiederzuerkennen. Statt eines feuerspuckenden Berges, der den Ring aller Ringe endgültig vernichtete, lag vor mir ein recht friedlich wirkender Stratovulkan mit schneebepudertem Kegel…

Stürmische Alpensande am Farewell Spit

Lust auf eine stürmische Strandwanderung? Kaum trat ich am Fossil Point aus dem Schutz der Dünen, wehte der Wind mir einen Schwall Sand in mein Gesicht. Ich nahm es kaum wahr, denn viel zu sehr war ich von der vor mir liegenden Szenerie gebannt. Wind und Meer hatten eine wunderschöne Komposition aus Formen und Farben in den noch feuchten Sand gezeichnet!…

Vogel fliegt in den Abgrund

Sprung ins Teufelsbad – Wai O Tapu III

Wieso tue ich mir das an? Diese Frage stellte ich mir häufig angesichts gepäckloser Touristen, die nur mit Wasserflasche unter dem Arm lässig ihr Smartphone am Stiel in die Landschaft hielten. Acht Kilo, davon allein sieben Kilo Fotoausrüstung, lasteten schwer auf meinen müden Schultern.  Aber ich wusste genau: Irgendwann kommt der Moment und für den wollte ich gewappnet sein…

Fumarole schwebt über gelb-weißen Boden

Farbspiel am Mittag – Wai O Tapu II

Ihre schillernden Farben leuchteten in Tönen von rot, orange, gelb, grün, blau über grau und weiß. So intensiv, dass ich geblendet meine Augen zu schmalen Schlitzen schloss. Wie kleine weiße Geister schwebte der aufsteigende Dampf der Fumarolen über die Fläche, in der verstreut kleine bunte Seen lagen. Noch nie habe ich vorher etwas so derart Schönes gesehen; Die Artist’s Palette, die Palette des Künstlers im Wai-O-Tapu Thermal Wonderland…

Heilige Wasser – heisse Erde – Wai O Tapu I

Im Zentrum der Nordinsel von Neuseeland zwischen Rotorua und Taupo liegt ein 18 km2 großes aktives geothermisches Gebiet, das seinen Namen von den Maori erhielt: Wai-O-Tapu, “heilige Wasser”.  Warum die Maoris das vor rund 160.000 Jahren entstandene Areal so nannten, offenbart sich spektakulär im öffentlich zugänglichen Wai-O-Tapu Thermal Wonderland…

Bungalowanlage Costa Real in Dämmerung

Da, wo nichts los ist

“Genau richtig!”, dachte ich mir betätigend, als ich den Kommentar vernahm. “Wie, was wollt ihr denn da? Da ist doch nichts los!” Wenn ich mich schon dazu durchringe, auf einen (sorry, Fans der Insel!) Sandhaufen mit zugegebenermaßen attraktiven Stränden zu fahren, dann bitte so individuell wie möglich. Die Vorstellung, wegen des kräftigen Windes am Strand nicht sonnenbaden zu können, behagte mir genauso wenig wie der Gedanke in einer Bettenburg am Pool neben um 6.00 Uhr morgens mit Badehandtüchern beschlagnahmten Liegestühlen zu verweilen…

Eidechse auf Finger

Handzahmer Besuch

Ich erschrak. Gerade als ich mich wohlig meinen Gedanken überließ,  die kräftige Mittagssonne auf meiner Haut spürte und meine Augen schloss, plumpste etwas neben mein linkes Ohr. Sofort stieß ich harpunenartig aus meinem Liegestuhl und drehte mich um. “Was ist das?” …

Volltreffer

Eigentlich hatte ich es schon lange vor.  Aber erst dieses Jahr hat es endlich geklappt. Auf nach Madeira. Insel der Superlativen: Blumeninsel, Insel des ewigen Frühlings, Wander- und Naturparadies. Hält das Eiland, was es verspricht? …

weiße Wolken am Meereshorizont nach Sonnenuntergang

Gruß nach La Palma

Die Sonne auf Madeira war bereits untergegangen. Kopfschwer von den zahlreichen Eindrücken einer faszinierenden Insel genoss ich von meiner Terrasse in Arco da Chaleta den Blick auf die scheinbar unendliche Weite des Horizonts. Scheinbar, denn hinter den Wolken, rund 460 km südlich entfernt, lag La Palma. Ich erhob das Weinglas und schickte einen stillen Gruß an “meine” Isla Bonita.