Stilles Örtchen – Smallest room

Trotz stundenlanger Wanderung an der Westküste Fuerteventuras im Istmo de la Pared habe ich mir den Gang zu diesem wohlgeformten Thron aber verkniffen… Für meine Bedürfnisse doch ein wenig zu exponiert. Still war es aber schon, jedenfalls bei Ebbe. 🙂

Die Dünenlandschaft des Istmo de la Pared gehört zum Parque Natural de Jandía, dem größten Schutzgebiet der kanarischen Insel. Läuft man von der Ortschaft La Pared in Richtung Süden, erwartet einen beim Abstieg an das Meer ein Traum aus Formen und Farben…

Despite hours of hiking along the west coast of Fuerteventura in the Istmo de la Pared, I have denied myself the way to this well-formed throne… A little too exposed for my needs. But it was already quite, at least at low tide. 🙂

The dunescape of the Istmo de la Pared are part of the Parque Natural de Jandía, the largest protected area of the Canary Island. If you walk south from the village of La Pared, a dream of shapes and colours awaits you as you descend to the sea.

Hellgelber Kalksandstein liegt auf schwarzem Vulkangestein. Dahinter strahlt das türkisblaue Meer. Die Landschaft bietet zusammen mit den dunklen Wolken herrliche Kontraste. Immer wieder blieb ich stehen, um diese Vielfalt in mich hineinzusaugen.

Light yellow sand-lime brick lies on black volcanic rock. Behind it the turquoise blue sea shines. Together with the dark clouds the landscape offers wonderful contrasts. Again and again I stopped to walk to enjoy this diversity.

Die Erosion hat auf der ältesten Insel der Kanaren im Laufe der Zeit merkwürdige Gebilde erschaffen. Wie Wachtposten schauen sie aus den meterhohen Sanddünen hervor.

Over time, erosion has created strange formations on the oldest island of the Canary Islands. Like sentries they look out of the meter-high sand dunes.

Von wegen Steine sind langweilig! Da macht dann auch die Schwarzweißfotografie so richtig Spaß.

Who says stones are boring? Under these conditions, black-and-white photography is also really fun.

Fuerteventura als sichtbares Eiland ist rund 20- 22 Millionen Jahre alt. Ihre bewegte Vergangenheit aus Vulkanismus und Ruhephasen begann jedoch weit früher.

Einst durch Plattentektonik unter Wasser geboren, liegt der Basaltsockel der Insel auf einer der ältesten ozeanischen Krusten des Atlantiks. Der dunkelgraue bis schwarze Basalt ist das Urgestein der Erde, das als Magma aus dem Erdmantel an die Oberfläche transportiert wird.

Fuerteventura as a visible island is about 20 to 22 million years old. However, its eventful past of volcanism and resting phases began much earlier.

Once born under water by plate tectonics, the basalt base of the island lies on one of the oldest oceanic crusts of the Atlantic. The dark grey to black basalt is the primary rock of the earth, which is transported as magma from the mantle of earth to the surface.

Fuerteventura und Lanzarote gehören geologisch zusammen und bildeten einst eine gemeinsame Insel. Doch Fuerteventura wurde im Laufe ihrer Entstehung viel stärker an die Oberfläche gehoben als ihre Nachbarinsel. Als Indiz hierfür dienen die sichtbaren Gesteine des aus der Frühphase stammenden Basaltkomplexes im Westen bei Ajuy.

Fuerteventura and Lanzarote belong geologically together and once formed a common island. But Fuerteventura was lifted to the surface much more than its neighbouring island. This is indicated by the visible rocks of the basalt complex in the west near Ajuy, which originated in the early phase.

Durch Vulkantätigkeit und Erosion lagerten sich über dem Basaltkomplex viele Schichten aus Vulkaniten und Sedimenten ab und gaben der Insel ihr heutiges Aussehen.

Fuerteventura ist die flachste Insel der Kanaren. Die Erosion konnte hier ihre Macht über die Zeit stärker entfalten, als bei den wesentlich jüngeren und weit höheren Inseln wie La Palma oder El Hierro. Der höchste Berg Fuerteventuras, der Pico de la Zarza, ist nur 807 m hoch.

Due to volcanic activity and erosion, many layers of volcanites and sediments were deposited over the basalt complex and gave the island its present appearance.

Fuerteventura is the flattest island of the Canary Islands. Erosion was able to develop its power over the time more strongly than on the much younger and much higher islands such as La Palma or El Hierro. The highest mountain of Fuerteventura, the Pico de la Zarza, is only 807 m high.

Die Landenge Istmo de la Pared verbindet heute zwei Teile, die einst getrennt waren. Den Nordteil der Insel, Maxorata, und die südliche Halbinsel Jandía.

Das große Sandgebiet besteht aus so genannten verfestigten Kalkareniten. Das sind Schalenbruchstücke von Meerestieren wie Korallen und Muscheln, die aus der Zeit der Trockenlegung der Insel stammen.

The Istmo de la Pared now connects two parts that were once separate. The northern part of the island, Maxorata, and the southern peninsula Jandía.

The large sandy area consists of so-called solidified calcarenites. These are shell fragments of marine animals such as corals and mussels that date from the time when the island was drained.

Der eindrucksvolle Wanderweg führt meist direkt am Meer entlang. Daher Obacht, wenn die Flut kommt. Die Wellen des Atlantiks sind nicht zu unterschätzen!

The impressive hiking path leads mostly directly along the sea. Therefore be careful when the tide comes in. The waves of the Atlantic are not to be underestimated!

 

Übrigens, für Star Wars-Fans lohnt es sich noch weiter Richtung Südspitze zu wandern, statt linkerseits nach Costa Calma abzubiegen. Nicht weit entfernt stand 2017 in den Dünen des Istmo de la Pared das Basislager von Han Solo.

By the way, for Star Wars fans it is worthwhile to continue walking towards the southern tip instead of turning left to Costa Calma. Not far away was the base camp of Han Solo in the dunes of Istmo de la Pared in 2017.

Images and Text © Simone Foedrowitz (F O T O H A B I T A T E). All Rights Reserved.

43 Comments

  1. What a fabulous landscape. The formations are beautiful and your photos convey the sense of space. Even the smallest room is far from small ☺

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    1. Thanks Carol, glad to read that! It would not have surprised me, even if a spaceship had flown by 😁

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    2. It definitely has an otherworldly dimension.

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  2. Großartiger Bericht über eine wahrlich ganz besonders feine Natur auf meiner Lieblingsinsel …
    Liebe Morgengrüße vom Lu

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    1. Freut mich lieber Lu! Da kannst Du Dich ja noch auf einen weiteren freuen 😊

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    2. Seeeehr gerne *freu*

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  3. wunderschöne Aufnahmen und ganz besonders die in s/w. War ja vor Jahren selber mal dort und vielleicht waren wir sogar an den gleichen Stellen. Was mir auf Fuerteventura sehr gut gefallen hat war auch die Dünenlandschaft im Norden. Ist schon eine tolle Insel und vielleicht besuche ich sie mal wieder.

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    1. Die Insel hat wirklich etwas zu bieten, v. a. geologisch und astronomisch. Super Nachthimmel! Man muss halt das Karge lieben. Und den Wind 😉

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    2. kurz darauf war ich in Lanzarote , die Nachbarinsel. Die hat mir sogar noch einen Tick besser gefallen !!!

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    3. Die ist auch super, v. a. Timanfaya ist ein Traum! Aber für mich schlägt keine die Isla Bonita – La Palma!

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    1. Ja, hab ich 😊

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  4. Wunderschöne Aufnahmen 👍

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    1. Danke Dir! 😏

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  5. Tolle und zum Teil bizarre Naturaufnahmen. 🙂

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    1. Bizarr… das trifft es wirklich gut!

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  6. Jandia – da kommen Erinnerungen hoch und analoge Fotos liegen irgendwo herum 😉
    As time goes by

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    1. Ich hoffe nur Gute!!

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  7. Wieder mal beeindruckend schöne Fotos liebe Simone! Stilles Örtchen – du bist gut. Das stelle ich mir überhaupt nicht still vor dort in der Brandung 😉 Die Felsformationen sind faszinierend und machen sich in schwarzweiß wirklich gut. Was für eine Küste. Das sieht alles so monumental aus, irre. Da könnte ich auch stundenlang stehen und staunen. Die letzten Starwarsfilme kenne ich nicht, aber mal gut zu wissen, wo man solche “Mondlandschaften” (haha) findet! LG, Almuth

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    1. Ja, Fuerteventura ist beliebt bei Filmemachern. Exodus wurde auch dort gedreht, in El Cotillo im NW. Auch ein schöner ehemaliger Fischerort, weil noch ziemlich ursprünglich. Dagegen der Süden mit den Bettenburgen ist überhaupt nicht meins. Auch wenn die weiten Sandstrände mit dem türkisfarbenen Meer wunderschön sind. LG zurück

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    2. Das kann ich bestens verstehen. Dann lieber “Bettenflucht”, lach!

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  8. Een serie schitterende foto’s hoor, mijn complimenten.

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    1. Thanks so much Edward!

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  9. Hallo Simone,
    sehr schöne Formationen von Felsen und Wolken hast du auf deiner Insel eingefangen.
    Schöne Grüße!

    Christian

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    1. Prima, wenn die Fotos die Landschaft so rüberbringen! Schöne Grüße zurück!

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  10. Klasse Bilder! Und danke für die sehr interessante und lesenswerte Recherche 🙂 Du fängst immer ganz eigene und einzigartige Blickwinkel ein. LG

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    1. Dein Kommentar freut mich ganz besonders! Vielen Dank dafür und ein schönes Wochenende!

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  11. Beeindruckende Landschaften toll in Szene gesetzt, für sw genau das Richtige! Deine geologischen Ausführungen sind sehr interessant und bei den Aufnahmen packt einen ja gleich wieder das Fernweh.

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    1. Ging mir beim Schreiben des Beitrags ebenso. Am besten gleich wieder los 😊 Danke für Dein Feedback!

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  12. Hier war ich auch, letztes Jahr.:-) Einige Stellen wiederentdeckt.

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    1. Na, das passt ja! 👍

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  13. Ja, da sind wir letztes Jahr auch rumgelaufen – das sind super Bilder von einer tollen Insel!
    … Aber sag mal, ich dachte eigentlich, ich folge dir? Ich hab dich schon vermisst! Ich folge dir jetzt wieder! 😉

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    1. Manchmal sind die Wege von WP unergründlich…Du bist nicht die einzige, die wohl ab und zu mal aus dem Reader fliegt. 😦 Dafür bist Du schon die zweite Leserin, die letztes Jahr an diesem tollen Plätzchen war! 😉

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    2. Ja, vielleicht sind wir ja da letztes jahr alle aneinander vorbeigelaufen 😉
      Komisch, mit dem Reader. ich konnte jetzt auch “folgen” bei dir anklicken … siehst du denn meine Beiträge? Was ist da faul?

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    3. Das weiß ich leider nicht. Manchmal steckt einfach der Wurm drin.

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  14. Auch mir gefällt die Kombination von zerklüfteten Felsen, wildem Meer, und bewegtem Himmel unglaublich gut, liebe Simone. Deine Bilder sind wunderbar. Leider war ich noch nie auf den Kanaren, muß das unbedingt irgendwann mal nachholen.

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    1. Unbedingt, liebe Tanja. So wie ich Dich einschätze, wäre La Palma aufgrund ihrer Vielfalt an Naturräumen von Urwald bis Vulkanen und ihrem ausgezeichneten Wandernetz genau das richtige für Dich! LG Simone

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    2. Das kann ich mir gut vorstellen!

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  15. Fantastisch, wie Du die Kraft des Meeres eingefangen hast.

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    1. Dankeschön für Deinen Kommentar! 😏

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