Auf Beobachtungsposten – On observation post

Selbst wenn Du glaubst, Du bist ganz alleine an der Küste Fuerteventuras unterwegs: Du irrst! Sie beobachten Dich genau! Jeden Deiner Schritte, jede Deiner Bewegungen. Und spätestens beim markanten Knistern der Brottüte fängt der steinige Boden plötzlich an zu leben…

Even if you think you are all alone on the Fuerteventura coast, you are mistaken! They watch you closely! Each of your steps, each of your movements. And at the latest with the distinctive crackling of the bread bag the stony ground suddenly starts to live.

Sie wissen sehr genau, bei den Zweibeinern mit diesen großen Dingern auf dem Rücken, gibt es fast immer was zu holen. Alles eine Frage der Zeit und der Geduld.

They know very well, bipeds with these big things on the back, have almost always something to eat. It’s all a question of time and patience.

Und kaum ist einer von denen in Sichtweite, besetzen die kleinen Späher ihre Beobachtungsposten.

And hardly one of them is in sight, the little scouts occupy their observation posts.

Gut getarnt wird erst einmal vorsichtig um die Ecke gelugt. Freund oder Feind? Das ist lebenswichtig! Denn es gibt Menschen, die ihnen so gar nicht wohlgesonnen sind.

Well camouflaged first of all is carefully leaked around the corner. Friend or foe? That is vital! Because there are people who are not so well-disposed towards them.

Ist die Luft rein, pirscht sich der Mutigste von Ihnen heran. Das Objekt der Begierde fest im Blick.

If there’s no danger, the bravest of them will stalk. The object of desire firmly in view.

Insbesondere an den Aussichtsplätzen Fuerteventuras, den so genannten Miradoren, wird großer Mut meist immer belohnt.

Especially at the lookouts of Fuerteventura, the so-called Miradors, great courage is usually always rewarded.

Denn mal ehrlich, wer kann diesen Augen schon widerstehen?

Because honestly, who can resist those eyes?

Upps, dazwischen gemogelt! 🙂 Aber auch er ist an frequentierten Plätzen meist nicht weit und wartet auf seine Chance, in der kargen Landschaft etwas in den Schnabel zu bekommen. Nur dass Chips, Flips und Weißbrot nicht gerade unter artgerechte Nahrung fallen.

Wer nun aber meint, dass die Schilder „Do not feed squirrels!“ nur das Wohlergehen der Nager im Sinn haben, täuscht sich. Die Erklärung des Verbots steht in vorbildlicher Weise gleich unterhalb der Warnung.

Oops, cheated in! 🙂 But even he is usually not far away at frequented places and waits in the barren landscape for his chance to get something in his beak. Only that chips, flips and white bread do not exactly fall under species-appropriate food.

But anyone who now thinks that the signs „Do not feed squirrels! only have the well-being of the rodents in mind is mistaken. The explanation of the prohibition is in an exemplary manner just below the warning.

Die aus Nordafrika stammenden Atlashörnchen (Atlantoxerus getulus) richten auf Fuerteventura nämlich große Schäden an. Unter dem großen Hunger der vermehrungsfreudigen Invasoren leidet die hiesige Landwirtschaft genauso stark wie die einheimische Flora und Fauna.

Böse Zunge bezeichnen die Atlashörnchen sogar als die Ratten Fuerteventuras. Und wer füttert vor seiner Haustür schon gerne Ratten? Aber weder sind Touristen auf Fuerteventura zu Hause, noch sind Ratten für die meisten Menschen Sympathieträger. Im Vergleich mit den frechen, witzigen und süßen Hörnchen haben sie keine Chance.

The Barbary ground squirrel (Atlantoxerus getulus) coming from North-Africa cause big damages on Fuerteventura. The local agriculture suffers just as much from the big hunger of the reproductive-joyful invaders as the native flora and fauna.

Evil tongue calls the Barbary ground squirrel even the rats Fuerteventuras. And who likes to feed rats on their doorstep? But neither tourists are at home on Fuerteventura, nor are rats popular with most people. In comparison with the cheeky, funny and cute Chipmunks they have no chance.

Und so siegt über die Vernunft der unbändige menschliche Drang, der wilden Natur ganz nah die Hand zu reichen. Eine Touristenattraktion und gleichzeitig ein Dilemma, in dem auch ich mich befand. Zutrauen nicht belohnen zu dürfen, fällt einfach schwer.

And so the irrepressible human urge to shake hands with wild nature wins over reason. A tourist attraction and at the same time a dilemma in which I also found myself. It’s just hard not to be able to reward trust.

Images and Text © Simone Foedrowitz (F O T O H A B I T A T E). All Rights Reserved.

35 Comments

  1. Hallo Simone,

    da ist dir mit den Außerirdischen eine schöne Serie gelungen! Hoffentlich sind die Finger noch dran?

    Gruß

    Christian

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    1. Ja, Christian, noch alle dran. 😉 War nur schwierig, die schwere Kamera gleichzeitig zu halten und dabei noch das Hörnchen scharf zu bekommen!

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  2. Klasse Fotos und so süß wie die Hörnchen sind hätte ich auch nicht widerstehen können. 🐿🐿🐿
    Liebe Grüße Ariana

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    1. Ja, fast unmöglich, wenn sie Dich anbetteln! Und Dankeschön für die drei goldigen Hörnchen 😊 LG zurück!

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  3. Wieder was gelernt – ich habe damals auf Fuerte keinen einzigen dieser putzigen Tierchen getroffen – das war noch die Zeit, als ich überwiegend mit einem Buch am Strand gammelte ,-)
    In den USA sind die Chips Monks allgegenwärtig in verschiedensten Arten
    Grüsslies

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    1. Die Kleinen sind heute wirklich überall. Schade, dass sie so ein Problem darstellen. LG

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  4. Het is een feest, om naar deze mooie foto’s te kijken hoor!

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  5. Eine klasse Beitrag mit super Fotos.

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    1. Dankeschön Werner!

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  6. Ach du, wie schön ist daaaas denn!!!
    Herzlichen Dank für deeen zauberschönen Post 🙂
    LG vom Lu

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  7. Your story and photos convey the dilemma so well.

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    1. Thanks Carol! It’s really hard to resist! And I felt like a traitor without food.

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    2. It is very poignant. But unfortunately things often get very unpleasant for habituated wild animals at tourist spots, whether native or alien species (I mean the animals not the tourists :)), so it is best that people learn not to feed them – if that is at all possible.

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    3. Yes, you’re absolutely right! Never feed the aliens 😉 I only got weak once, and there weren’t those signs. That is why it is so important not only to impose prohibitions on people, but also to explain them.

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    4. Agreed, but sadly, enough people ignore even explanations, and it is the animals who pay the price. In many tourist camps and lodges in wildlife areas here in South Africa, for example, primates that become habituated (because people feed them despite being asked not to) end up being shot.

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    5. It’s really sad that there are such selfish people. All the more important not to give up hope. The more people are sensitized, the higher the social control.

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  8. Wahnsinnig schöne Fotos! Wie ich die kleinen Hörnchen liebe! Wir haben in Wien unsere Zieseln….

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    1. Danke Dir! Die Ziesel stehen bei mir beim nächsten Besuch in Wien auch noch auf dem Programm!

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    2. Sag rechtzeitig Bescheid, dann können wir sie gemeinsam fotografieren!

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  9. Mein Lächeln beim Lesen Deines Beitrags war diese Woche rekortverdächtig 😉 Die Kerlchen sind einfach so klasse! Und ja, wer könnte diesen Augen wiederstehen; Super Foto 😀 LG borderlife

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    1. Na, jetzt müsstest Du mein breites Lächeln sehen! 😏 Danke Dir!

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  10. Tolle Bilder, tolle Geschichte, super Beitrag!

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    1. Das freut mich zu lesen! 😏

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  11. Die sind wirklich süß!

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    1. Ja, so richtig süß! 😊

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  12. Den niedlichen Nagern zu widerstehen fällt immer wieder schwer. Sie haben zum Dank wunderbar für Dich posiert, liebe Simone. Das „Lebendigwerden“ der Felsen erleben auch wir in Colorados Bergen, mit den hiesigen Erdhörnchenvarianten. Hunger ist ein Mutmacher. 😊

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    1. Ja, Hunger ist tatsächlich eine starke Antriebsfeder! Dir eine angenehme Woche! LG Simone

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    2. Danke gleichfalls, liebe Simone.

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  13. Oje, wie könnte man solch charmanten Tierchen widerstehen?? Eine schöne Serie von, mit, über die Atlashörnchen. Tolle Fotos! Liebe Grüße und komm gut ins Neue Jahr! Almuth

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    1. Danke! Wir hören uns im Neuen Jahr. Ich bin erholungsbedürftig 😉

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