Hallo März

Welcher Frühlingsblüher ist besser geeignet, den März zu begrüßen als der wunderschöne Märzenbecher (Leucojum vernum)? Hallo März! Hallo liebe Blogger*innen! Hallo liebe Follower! Mein Winterpäuschen ist beendet und ich starte mit einem guten Schwung frisch entwickelter Bilder und mit neuen Ideen in ein weiteres WordPress-Jahr …

Die letzten zwei Monate habe ich mir viele Gedanken gemacht, was mir in der Fotografie und in diesem Blog wichtig ist. Mein Blog stand von Beginn an unter dem Motto „Nature is diversity – my passion“. Also werde ich auch weiterhin eine breite Palette an unterschiedlichsten Naturmotiven zeigen. Von Makrofotografie bis zur Landschaftsfotografie, in Farbe oder Schwarzweiß, dokumentarisch oder kreativ. Die ganze Palette. Warum sollte ich mich auch beschränken?

Kreative High Key Aufnahmen geben den zarten Blüten ein romantisches Flair.

Naturfotografie und Naturschutz

Zudem werde ich meinen Fokus noch stärker auf den Naturschutz richten. Schließlich komme ich aus dem Bereich und habe dieses Potenzial bislang viel zu wenig genutzt.

Naturfotografie kann ein mächtiges Instrument für den Naturschutz sein. Denn sie kann Menschen dazu bewegen, die Natur besser wahrzunehmen. Sie mit anderen Augen zu betrachten, ihre Schutzbedürftigkeit und ihren Wert zu sehen. Gepaart mit Hintergrundwissen über ökologische Zusammenhänge ist das eine perfekte Grundlage, um Natur auch effektiv schützen zu können und zu wollen. Letzteres natürlich immer vorausgesetzt.

Der Märzenbecher wird oft mit dem Schneeglöckchen verwechselt.

Wer z.B. weiß, dass der Märzenbecher in Deutschland streng geschützt ist, wird ihn auf seinem Spaziergang wohl eher nicht pflücken oder gar ausgraben. Sofern er die Frühlings-Knotenblume – wie der Märzenbecher auch wegen seiner frühen Blüte und der knotigen Verdickung genannt wird – schon irgendwo mal gesehen hat. Vielleicht auf einem prägnanten Foto.

Die schöne Pflanze mit den grünen Pünktchen auf ihren glockenförmigen Blüten ist in freier Natur selten zu entdecken. Warum? Weil ihr Lebensraum feuchte Auen- und Schluchtwälder durch menschliche Zerstörung kaum noch vorhanden ist. Und dann gibt es eben noch die unverbesserlichen Sammler*innen. Dabei gibt es die Pflanze im Handel zu kaufen.

Geschützt und im Handel zu kaufen? Geht das?

Ja, das geht. Vorausgesetzt eine Vermarktungsgenehmigung liegt vor. Dann dürfen Pflanzen, die nach Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung besonders oder streng geschützt sind, auch nachgezüchtet und verkauft werden. Ein Blick in diese Anlage ist ziemlich ernüchternd. Denn viele der gelisteten Namen habe ich überhaupt noch nie gehört.

Konkret heißt dass, wenn diese Tiere und Pflanzen irgendwann unwiederbringlich verschwunden sind, werden sie auch aus unserem kollektiven Gedächtnis verschwinden. Die nächste menschliche Generation findet zwar eine verminderte Artenvielfalt vor. Diese ist für sie aber als solche nicht erkennbar, sondern für sie ist der Zustand die normale Ausgangssituation einer „gesunden“ Natur.

Shiftung Baseline nennt man dieses Phänomen einer verzerrter und eingeschränkter Wahrnehmung von Wandel. Daher sind kontinuierliche Bestandsaufnahmen, Wissensvermittlung und die Erfahrbarkeit von naturnahen Räumen so unglaublich wichtig!

Die Pollen sind erste und damit wichtige Nahrungsquelle für Insekten.

Steckbrief Märzenbecher (Leucojum vernum)

  • Heimische Wildpflanze, Status besonders geschützt
  • Höhe: ca. 10 bis 30 cm
  • Geophyt, Zwiebel ist giftig
  • Blütezeit je nach Witterung: Februar bis April
  • Bildet kleine polsterförmige Horste
  • Verwechslung mit häufig vorkommenden Schneeglöckchen
  • Liebt feuchte, nährstoffreiche schwere Böden, Schatten bis Halbschatten
  • Samen werden gerne von Ameisen verschleppt

Der Gattungsname Leucojum stammt übrigens aus dem Griechischen. Leukos steht für weiß und ion für Veilchen, da der Märzenbecher einen veilchenartigen Duft ausströmt. Der Artname vernum kommt aus dem Lateinischen und bedeutet frühlingshaft.

Habt Ihr schon mal Märzenbecher in Euren Gärten gepflanzt? Und wie sind Eure Erfahrungen?
Mein gekauftes Exemplar ging nach dem Fotoshooting direkt an meine Kollegin. Zwar gibt es feuchte Plätze bei mir im Kleingarten, aber der Boden ist sandig-humos. Schlechte Karten für eine erfolgreiche Ansiedelung.

Images and Text © Simone Foedrowitz (F O T O H A B I T A T E). All Rights Reserved.

23 Comments

  1. Schön, dass du wieder da bist und danke für den sehr interessanten Beitrag mit den wunderschönen Fotos.

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    1. Dankeschön! 🌞

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  2. Willkommen zurück! Ein überzeugendes Statement und tolle Bilder. Wir halten die Märzenbecher nicht im Garten, bei uns blühen sie Massenhaft in der freien Natur. Sie sind von den feuten, bewaldeten Tälern der Alb nicht wegzudenken, wo sie den gesamten Waldboden überziehen.
    Liebe Grüße
    Horst

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    1. Danke Dir, Horst! Im Stadtwald Hannover, der Eilenriede, blüht das Buschwindröschen in Massen. Daneben der invasive Wunder-Lauch. Aber ganze Flächen mit Märzenbecher habe ich noch nie gesehen. Muss herrlich sein!
      LG

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  3. Freu mich, dass du wieder da bist, deinen Blog, die Bilder und Texte/Infos mag ich. 🙂
    Liebe Grüße Ariana

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    1. Danke auch Dir liebe Ariana! 🙂

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  4. Endlich bist Du wieder da *freu*
    Und dann mit so wunderschönen Bildern. Ja ich habe Märzenbecher vor 2 Jahren im Garten gesetzt. Leider bringen sie nur Blattwerk hervor und noch keine einzige Blüte. In der freien Natur blühen sie hier auch nirgends. Ich habe in der Tat noch kein Foto von Märzenbechern, unglaublich gell.
    Dabei ist meine Fotografie größtenteils darauf ausgerichtet, den Menschen die Natur nahe zu bringen, die Schönheit der Natur. Nur Putin scheint davon nichts zu wissen, gar nichts.
    Liebe Grüße
    MAren

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    1. Ja, bin wieder in der da. Schön, dass es Dich freudig stimmt 😏 Du hast sicher inzwischen schon richtig tolle Bilder mit Deiner R6 machen können. Ich komme demnächst mal vorbei gesurft. Denn Deinen Blog mag ich nicht nur wegen der schönen Bilder, sondern auch wegen des informativen Textes.
      Märzenbecher hatte ich auch noch nie auf dem Schirm. Und als es ihn im Handel gab, habe ich gleich zugegriffen. So ein paar Fotos in freier Wildbahn wären aber auch nicht schlecht.
      LG Simone

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    2. Jau, die R6 findet Vögel im dicksten Gestrüpp, ganz neue Ansichten ergeben sich so
      BIs denne denn
      MAren

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    3. Das wäre auch was für mich. Meine Augen sind da ein wenig untrainiert. So ein Vogel muss mir schon eindeutig zurufen, bevor ich ihn richtig sehe „hihi“ 😅

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    4. Die Kamera erkennt Tiere und Augen und verfolgt diese Motive auch. Natürlich kann man diese Funktionen auch ausschalten, aber hier am Schreibtisch sitzen kann ich mit dem 600 mm durchs Fenster die Vögel in meiner dichten Hecke fotografieren, das konnte ich noch nie. Bevor meine Augen durch den Sucher der Kamera das Motiv fanden, war es schon weg 😉

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    5. Ja, das scheint eine geniale Funktion zu sein.

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    6. Hat aber nichts mehr mit Fotokunst zu tun 😉

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  5. Schön, daß du aus deiner Winterpause zurück bist und dann noch mit so wunderbaren Fotos! Die High Key Aufnahmen passen wirklich sehr gut zu den Schneeglöcken und Co. Kürzlich lief eine Reportage auf Arte zum Handel mit Schneeglöckchenzwiebeln aus Georgien, die teilweise wild gesammelt werden, was ja leider ein Problem ist, wie bei anderen Pflanzen auch. Ich war auch überrascht zu hören, daß es bei uns nur eine heimische Schneeglöckchenart gibt, die zudem eher in Süddeutschland zu Hause ist. Ich merke, ich weiß doch fast nichts 😉 Deshalb auch danke für die Infos über die Märzenbecher, die ich noch nie wild gesehen habe. Ich finde es gut, daß du deinen Fokus mit dem Naturschutz ausbauen willst. Wenn sich jemand damit auskennt, dann du 🙂 LG aus dem Norden der Stadt
    Almuth

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    1. Hallo liebe Stadtnachbarin ☺️
      Auch an Dich ein Dankeschön für die warmen Worte der Begrüßung!
      Den Märzenbecher habe ich auch noch nie wild gesehen. Wobei ich letztens darauf aufmerksam gemacht wurde, dass es bei Hameln eine recht große Fläche gibt. Steht sogar in Wikipedia. Schande auf mein Haupt 😁
      Ich schreib Dir mal ne Email…
      LG Simone

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    2. Das ist mir auch neu. Klingt gut 🙂 Es gibt doch immer noch was zu entdecken. Das ist schön 🙂

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  6. Deine Photos sind wunderbar, liebe Simone. Ich habe noch nie einen Märzenbecher gesehen und wußte gar nichts über ihn. Danke für sein Porträt und seinen Steckbrief. Hoffentlich kann die Art gerettet werden.
    Sei herzlich gegrüßt,
    Tanja

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    1. Vielen Dank, Tanja! Dann habe ich ja mein Ziel erreicht! ☺️
      Viele Grüße über den Teich! Simone

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    2. Das hast Du, liebe Simone.
      Alles Gute,
      Tanja

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  7. Wir haben eine kleine Ansammlung Märzenbecher im Garten einer Nachbarin, die dort seit Jahren sehr gut kommen und eine Augenweide sind. Daher kenne ich sie, hatte allerdings bisher keine Hintergrundinfos zu ihr. Das sind sehr ausdrucksstarke Bilder! Ich freue mich auf weitere bildende und anregende Beiträge.

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    1. Dankeschön für Dein nettes Feedback! Ich will mal sehen, dass ich die Hübschen demnächst live vor die Linse bekomme. Ist dann noch etwas anderes als auf dem Fensterbrett 🙂

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  8. Wunderschön Dein Treffpunkt Kleingarten
    Herzöichen Gruß
    MAren

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    1. Dankeschön Maren! Ich war auch über das Resultat sehr beglückt! ☺️

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